Der LEH – und was bisher geschah

Als erstes möchten wir unserer verunglückten 17-jährigen Kollegin, die auf dem Rückweg von der Aktion in Emstek bei einem Unfall schwer verletzt wurde, von ganzem Herzen alles erdenklich Gute und eine schnelle und vollständige Genesung wünschen!
Nun zum Thema:
Nachdem am Dienstagabend Lidl-Chef Klaus Gehrig in einem Schreiben vor Ort in Cloppenburg mitteilte, „dass ich in dieser Woche Gespräche mit Politik, auf Verbandsebene und meinen Kollegen bei den anderen Handelsunternehmen führen werde, um mich für eine Verbesserung der Situation der Landwirte stark zu machen.“, wurde noch vor Ort eine Frist bis Freitag Abend vereinbart. Im Gegenzug wurde die Blockade aufgelöst und auch die bundesweit flankierenden Aktionen beendet.
Dieses Schreiben wurde am folgenden Tag durch eine offizielle Pressemitteilung noch einmal bestätigt und die weitere Vorgehensweise konkretisiert.
Darin heißt es, Lidl fordere „die Einberufung eines Dringlichkeitsgipfels, um konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der deutschen Landwirtschaft auf den Weg zu bringen. In einem Schreiben an Branchen- und Verbandsvertreter des Handels und der Landwirtschaft sowie an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner schlägt der Chef der Schwarz Gruppe, Klaus Gehrig, vor, pragmatische und unbürokratische Lösungen zu verfolgen, um für Landwirte eine Verbesserung der Situation zu erzielen. Gehrig macht deutlich, dass nur ein gemeinsames Vorgehen von Produktion, Verarbeitung, Handel und Politik zum Erfolg führen kann.“
Da sind wir uns ja immerhin schonmal einig! Nur eine gemeinsame Kraftanstrengung ALLER Beteiligten kann zum Erfolg führen.
Nun bleiben jedoch einige Fragen offen. Zum Beispiel, wer was als Erfolg wertet 🤷🏻‍♀️ Da sind die Vorstellungen bisweilen sehr unterschiedlich gewesen. Frau Klöckner beispielsweise verkauft es als Erfolg, eine EU-Richtlinie umgesetzt zu haben. Der Handel verkauft seine White-Washing-„Wertschätzungskampagnen“ als Erfolg, nur um im Katalog der nächsten Woche unanständige Rabatte auf LEBENSMITTEL (!) zu verkünden. Die Verarbeiter verkaufen es als Erfolg, wenn sie trotz der „allgemein angespannten Situation und Corona“ überhaupt noch annehmen und absetzen können. Und überhaupt stehen sie alle an unserer Seite, haben vollstes Verständnis und schieben den schwarzen Peter munter weiter im Kreis.
Also noch einmal in aller Deutlichkeit:
Liebe Vertreter*innen aus Politik, Handel und Verarbeitung,
was wir von Euch erwarten ist Folgendes:
1. Kurzfristig angemessene Preise für unsere Erzeugnisse!
2. Konsequente Umsetzung des Landwirtschaftsgesetzes*
3. eine Gemeinsame Marktordnung (GMO), die ihren Namen auch verdient und uns zu Marktteilnehmern auf Augenhöhe macht
4. Einheitliche Standards in Europa für die Produktion, für Importe in die Europäische Union und den Europäischen Markt.
Und damit das alles auch allen wirklich mal nachhaltig klar wird, werden sich jetzt noch einmal Bauern mit Euch zusammensetzen, und zwar nicht nur mit Lidl, sondern auch mit EDEKA und Rewe…. ALDI sollte sich übrigens lieber auch nochmal melden.
(Ansprechpartner sind die Kollegen in Cloppenburg, Friesland, Wesermarsch und Ammerland, die mit ihren Aktionen diese Entwicklung ins Rollen gebracht haben!)
Wir erwarten, dass sich dauerhaft etwas ändert, andernfalls… ach na ja das wisst Ihr ja inzwischen!
*Das Landwirtschaftsgesetz von 1955 hat zum Ziel, der Landwirtschaft die Teilnahme an der fortschreitenden Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft zu ermöglichen und der Bevölkerung die bestmögliche Versorgung mit Ernährungsgütern zu sichern. Weiter soll die soziale Lage der in der Landwirtschaft tätigen Menschen an die vergleichbarer Berufsgruppen angeglichen werden.
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